Michael Kruse

Anfrage: Verpachtung der Hafenflächen – Wie sieht die Situation für die Unternehmen wirklich aus?

Die Knappheit der Gewerbeflächen im Hamburger Hafen ist offenkundig (vergleiche Drs. 21/136). Die aktuelle Situation der Verknappung der Flächen im Hamburger Hafen kann drastische Auswirkungen auf die Wettbewerbsund Zukunftsfähigkeit des Hamburger Hafens haben. Preise für Miete und Pacht der Flächen sind wichtige Faktoren, die ihrerseits Auswirkungen auf die Unternehmen im Hamburger Hafen haben. Mögliche Erhöhungen ebendieser treiben die Kosten für die Unternehmen in die Höhe, die bereits aufgrund der aktuellen weltwirtschaftlichen Lage und fehlender infrastruktureller Maßnahmen eine schwere Last tragen. Erschreckenderweise berichtet die Presse nun von einer Neubewertung der Grundsteuerbemessungsgrundlage. Vorher abzugsfähige Rückstellungen werden nun nicht mehr angerechnet. Das erhöht bei vielen Unternehmen im Hamburger Hafen die Grundsteuerschuld erheblich. Angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der andauernden infrastrukturellen Probleme kommen diese Steuererhöhungen für den Hamburger Hafen zur Unzeit. Sie lassen an einer ernsthaften Förderung der Hafenwirtschaft durch den Senat zweifeln.

Vor diesem Hintergrund fragt der hafenpolitische Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion Michael Kruse, MdHB den Senat:

1. In welcher Größenordnung befinden sich Liegenschaften der Freien und Hansestadt Hamburg im Hamburger Hafen jeweils im Eigentum von oder in Verwaltung durch oder in Pacht der Hamburg Port Authority (HPA)? Bitte insgesamt in Quadratmeter und Hektar darstellen sowie zusammenhängende Flächen benennen und mit Größe und aktueller Belegung aufzeigen.

2. Wie gestalten sich die Verträge derer, die jetzt mit einer Erhöhung ihrer Grundsteuer zu rechnen haben (beispielsweise Pachtverträge, Erbbaurecht, Mietverträge et cetera)? Falls mehrere Vertragsarten betroffen sind, bitte die jeweilige Anzahl der Verträge benennen.

3. Wie hoch ist der mit dem Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V. verhandelte maximale Mietpreis/Pachtzins pro Quadratmeter pro Jahr? Bitte für die Jahre 2011 – 2016 benennen.

4. Welches Mietniveau/Verpachtungsniveau wurde 2011 – 2016 jeweils durch Neuabschlüsse der HPA erreicht?

5. Wie viele der Flächen von der HPA sind an die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) vermietet/verpachtet? Bitte die einzelnen Flächen aufführen und nach Größe und Nutzung darstellen. a. Zu welchem Preis (per Quadratmeter) sind diese Flächen an die HHLA vermietet beziehungsweise verpachtet?

6. Werden von der HPA durch die HHLA gemietete/gepachtete Flächen an Dritte untervermietet? a. Wenn ja, werden dadurch Gewinne erwirtschaftet? i. Wenn ja, wird der Eigentümer an diesen Gewinnen in welcher Form beteiligt? ii. Wenn nein, warum nicht?

7. Aus Drs. 21/136 geht hervor, dass kurzfristig nur noch zwölf Flächen mit zusammen 20 Hektar an Gewerbeflächen im Hamburger Hafen zur Verfügung stehen. Werden demnach die Preise für Miete/Pacht für Flächen im Hamburger Hafen steigen? Wenn ja, wann, in welcher Höhe und zu welchen Lasten?

8. Wie beurteilt der Senat eine mögliche Veränderung des Mietpreises/ Pachtzinses durch die Verknappung der Flächen im Hafen? Sieht der Senat darin eine Gefahr, dass Unternehmen abwandern könnten? a. Wenn ja, warum? b. Wenn nein, bitte genau begründen.

9. Mit welchem Mietpreis/Pachtzins pro Quadratmeter können Unternehmen rechnen, die sich neu ansiedeln möchten?

10. Welche Grundsteuer wurde 2011 – 2016 jeweils erhoben?

11. Welche Bemessungsgrundlage für die Unternehmen im Hamburger Hafen liegt der Berechnung der Grundsteuerschuld in den Jahren 2011 – 2016 jeweils zugrunde?

12. Was sind die Gründe für die eine Veränderung der bisher gängigen Praxis? Bitte im Detail benennen.

13. Seit wann ist der Finanzbehörde bekannt, dass die Bemessungsgrundlage für die Grundsteuerberechnung angepasst wird?

14. Wurden die Hafenfirmen über die bevorstehende Änderung ihrer Grundsteuerbelastung informiert? a. Wenn ja, wann wurden die Unternehmen informiert? b. Wenn ja, wurden alle Unternehmen einheitlich informiert? c. Wenn nein, warum nicht?

15. Welchen Ermessensspielraum kann die Finanzbehörde ausnutzen, um die Unternehmen im Hafen unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht weiter zu belasten?

16. Wie werden in diesem Zusammenhang Rückstellungen bezüglich Abbruchpflichten bei gepachteten Grundstücken vom Bundesfinanzhof und von der Finanzverwaltung bewertet?

Hier die Anfrage lesen.

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